• Beginn der Besteigung des Mount Kenia

    Uwe Jeremiasch
  • Aufgrund des schnell wachsenden Bambus ist die erste Besteigung

    Uwe Jeremiasch
  • Da ist er endlich! Die Gipfel des Mount Kenia kämpfen sich schüc

    Uwe Jeremiasch
  • Geschafft! Point Lenana (4985 m) zum Sonnenaufgang

  • Der höchste Trekkinggipfel am Berg

  • Die Klippschliefer im Mintos Camp beobachten das Frühstücksmahlzeit.

    Uwe Jeremiasch
  • Glück muss man haben, um diese scheuen Colobus-Affen zu sehen.

    Uwe Jeremiasch
  • Der Aberdare-Nationalpark ist auch berühmt für seine wunderschön

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Mount Kenya vs. Kilimanjaro – Ein Erfahrungsbericht

Den ‚Kili‘ habe ich schon einige Male bestiegen und hörte immer wieder: „Der Mount Kenya ist schöner.“ Das kann ja nicht sein, dachte ich, und so machte ich mich auf den Weg, um diese Frage für mich zu klären. Von den vielen Routen am Berg war die einsame und ursprüngliche Burguret-Route meine erste Wahl. Vom Westen her ging es in drei Tagen hinauf bis zum Summit Circuit durch schier undurchdringlichen Bambuswald, traumhafte Heidelandschaft und immer alpiner werdende Umgebung. Ich war der einzige Bergsteiger! Überhaupt habe ich die gesamten Tage nur acht Bergsteiger gesehen!

Der Blick auf die Gipfel Batian und Nelion war unbeschreiblich – wie klein ich mir mit meinem Zelt vorkam… Der Höhepunkt folgte an den beiden nächsten Tagen. Vom Americas Camp ging es über zwei atemberaubende Pässe vorbei an idyllischen Bergseen, die gesäumt waren von Bromelien, Senezien und Lobelien – irre, diese von der Natur geschaffene Perfektion. Nun saß ich hier sprachlos und mit offenem Mund. Aber hoch musste ich ja auch noch. Morgens halb drei machten wir uns von der Shiptons Hut auf den Weg zum Point Lenana, den höchsten Trekkinggipfel am Berg (4985 m). Es war recht steil und zum Glück konnte ich nicht sehen, wie hoch es noch geht. Allerdings hielt sich die Kälte in Grenzen und wir kamen sehr gut voran. Der Horizont wurde heller und die beeindruckende Landschaft zeigte sich uns allmählich. Pünktlich zum Sonnenaufgang hatten wir es geschafft. Ein absolut magischer Moment! Nun galt es, über die Chogoria-Route abzusteigen. Immer wieder schweift mein Blick zurück. Die metallene Keniaflagge am Gipfel war noch lange sichtbar. Der Stopp am Mintos Camp zum Frühstück war eine gute Möglichkeit, um neue Kräfte zu sammeln. Aber „durchhalten“ lautet die Devise, denn wer hoch will, muss auch wieder runter. So ging es den Rest des Tages bis zu den Chogoria Bandas hinab. Die wunderschöne und einmalige Chogoria-Schlucht ließ dabei keine Langeweile aufkommen. Sonne und Schatten tauchten diese traumhafte Kulisse in ein besonderes Licht. Eine Fotopause reihte sich an die nächste. Ein absolutes Highlight dieser Besteigung und unvergesslich. Doch ist der Mount Kenya nun wirklich schöner als der Kilimanjaro? Eine Frage, auf die ich bis jetzt keine Antwort habe. Am besten, man besteigt beide Berge und findet seine ganz eigene Antwort darauf. 😉

Kwaheri!
Euer Uwe Jeremiasch, Team Ostafrika